Von Job gekündigt zum florierenden Online-Unternehmen (meine Erfolgsgeschichte)

Sandra HolzeIn dieser 2-teiligen Serie lass ich dich erstmals hinter meine Kulissen blicken und zeige dir meinen Weg von kläglichen Freelancer-Jobs zu einem florierendem Online-Unternehmen.

Meine Entwicklung von einer frustrierten Angestellten, die spontan ihren Job kündigt, hin zu einer glücklichen Unternehmerin, die selbstbestimmt und ortsunabhängig arbeitet, war eine Spannende. Ich hoffe, du kannst das ein oder andere aus meiner Geschichte lernen und einige Fehler vermeiden.

Kurz vor Weihnachten 2010. Meine Probezeit als Marketingmanagerin war erfolgreich beendet und ich war totunglücklich. Die Stimmung im Unternehmen war mies, weil jeder jeden bekämpfte und  als Marketingmanagerin hatte ich kaum Gestaltungsmöglichkeiten. Ich wusste, dass ich es keinen Monat länger hier aushielt, also „musste“ ich schnell kündigen.

Als mein Chef mich fragte, was ich als nächstes tun möchte, war meine Antwort: „Irgendwas online verkaufen.“

Konkrete Pläne hatte ich keine. Ich wusste nicht mal, ob ich weiter Marketing und Kommunikation zum Inhalt meines Broterwerbs haben wollte. „Irgendein sinnvolles Thema“ sollte es sein.

Das wollte ich auch: Nur 4 Stunden arbeiten, viel passives Einkommen

Die Lektüre von Tim Ferris’ Bestseller „Die 4-Stunden-Woche“ hatte mich begeistert und mir war klar, das will ich auch: Wenig arbeiten, viel passives Einkommen.

Was ich damals noch nicht wusste: 4 Stunden Arbeitszeit pro Woche sind absolut unrealistisch und passives Einkommen ist nicht wirklich passiv.

Ich bin ein ganz-oder-gar-nicht-Mensch. Deshalb musste ich meinen Job loswerden, auch wenn ich noch keine Alternative hatte. Ich habe gelernt, mich auf mein Bauchgefühl zu verlassen. Wenn mir flau im Magen ist vor einer großen Entscheidung, ist die Entscheidung richtig. Und flau war mir bei meiner Kündigung, da sei dir mal sicher …

Zuerst einmal brauchte ich Geld. Also habe ich als Projektmanagerin für eine Agentur ein großes Porscheprojekt gewuppt. Freelancing war jedoch keine langfristige Option für mich, denn ich wollte ja Herrin über meine Zeit sein und arbeiten können, von wo ich will. Als Freelancer zu arbeiten, bedeutet jedoch, nie zu wissen, wann der nächste Auftrag kommt.

Die Aufträge kamen, aber der Weg war beschwerlich

Ich war gut im Aufträge generieren. Ich hatte meine Kaltakquise-Emails perfektioniert und über einen Aussand von 40 Emails an Berliner PR- und Werbeagenturen 2 neue größere Aufträge, 2 Kennenlerngespräche und ein paar nette Absagen kassiert. Allerdings ging mir schnell auf, dass dieser Weg der Kundengewinnung keine Option für mich war. Die Recherche der 40 Agenturkontakte hat 3 Tage gedauert und für einen neuen Auftrag müsste ich das ganze Spiel von vorn beginnen. Deshalb bin ich heute ein so großer Fan von Email-Marketing. 😉

Eine Nische musste her – bloß welche?

Nach langer Themensuche – von veganer Ernährung bis kleine Hunderassen (der Testblog lief sogar richtig gut) – bin ich doch wieder beim Marketing gelandet, weil ich mir keine spannendere und sinnstiftendere Arbeit vorstellen konnte. (Denn: Das Gute liegt so nah – das traf hier voll zu.)

Ich wusste jedoch, dass ich mich spezialisieren musste, wenn ich mir als selbstständige Marketingberaterin einen Namen machen wollte. Mein Sammelsurium an Marketing-, PR- und Event-Erfahrungen war schön auf dem Lebenslauf anzuschauen. In der Kommunikation mit potenziellen Kunden war dieser Bauchladen sehr schwer zu verkaufen.

Die Eingebung kam schnell und heftig, als ich online auf ein Video des amerikanischen Online-Marketers Don Crowthers gestoßen bin. Der hat erklärt, wie Unternehmen Social Media Marketing einsetzen, um Bekanntheit und Umsatz zu steigern. (Das war 2011, da war das Thema noch brandheiß.)

Mit Social Media Marketing hatte ich meine Nische gefunden. Die Kommunikation auf Facebook und Xing waren mir schon vertraut aus meiner Arbeit in verschiedenen Startups und ich hatte das Gefühl, all meine Stärken und Berufserfahrung hier bündeln zu können.

Gesagt, getan: Ich tätigte meine bis dahin größte Investition und zahlte 1900 Dollar für den Social Media-Kurs von Don Crowther. Außerdem konsumierte ich viele Stunden täglich alle Inhalte zum Thema Social Media, Bloggen, Facebook, Youtube, die ich finden konnte. Zeit hatte ich ja …

Zuallererst habe ich meinen Blog auf likesmedia.de eingerichtet und im September 2011 meinen ersten Artikel veröffentlicht. Den wöchentlichen Turnus habe ich bis heute fast lückenlos durchgehalten. Zuerst den Blog zu starten, war die beste Entscheidung, die ich damals treffen konnte. Damals siezte ich noch und meine Sprache war ziemlich gestelzt und unpersönlich. Ich dachte, das bräuchte es, um professionell zu wirken.

Visitenkarten druckte ich auch gleich, denn ich dachte ohne die Kärtchen sei ich kein ernstzunehmendes Unternehmen. Darüber kann ich heute nur lachen und die Dinger hab ich neulich entsorgt.

Die ersten Kunden kamen offline – nicht online

Der nächste entscheidende Schritt war herauszufinden, wer überhaupt meine Kunden sind und wie die ticken. Ich habe sehr viel Energie in das Kennenlernen potenzieller Kunden gesteckt und das hat sich schnell ausgezahlt. Ich ging auf viele Networking-Veranstaltungen und quetsche alle Leute dort zu ihren Marketingproblemen aus.

Dann habe ich Vorträge vor 20 bis 40 Leuten im Hinterzimmer meines Lieblingscafès gehalten, die ein Gruppenmoderator auf Xing für mich organisiert hat. Auch wenn der Aufwand enorm war und pro Vortrag vielleicht 2 bis 3 Kunden und 10 Newsletterleser hängen geblieben sind, habe ich viel Wissen mitgenommen. Denn hier saßen meine idealen Kunden: Selbstständige und Marketingleute kleiner Unternehmen. Ich habe jede einzelne Frage aufgeschrieben und später als Grundlage für meine Newsletter und Webinare genommen.

4 Monate nach Blog-Start hatte ich meine Veröffentlichung im Handwerker-Magazin. Ein Journalist kam bei seiner Recherche auf meinen Blog und wollte meine Expertenmeinung zum Thema Social Media für Handwerker wissen.

Reine Zeitverschwendung: Ein Vortrag vor Leuten, die nicht meine Zielgruppe waren

Reine Zeitverschwendung: Ein Vortrag vor Leuten, die nicht meine Zielgruppe waren

6 Monate nach Blog-Start kam mein erster großer Auftrag online rein: 2 Vorträge vor Geschäftsführern kleiner mittelständischer Unternehmen im Bundesministerium für Wirtschaft. Die Aufträge waren gut bezahlt, aber ich wusste schnell, dass die 50+jährigen Geschäftsführer, die Angst vor Facebook haben, nicht meine idealen Kunden waren.

Mein Newsletter hatte zu Beginn sagenhafte 20 Leser

Meinen ersten wöchentlichen Email-Newsletter habe ich an sagenhafte 20 Leute geschickt (darunter einige Freunde) und nach all den Jahren sind viele Leser der ersten Stunde immer noch dabei!

Um das zu beschleunigen habe ich ein gratis Give-Away (Lead-Magnet) erstellt. Bloß wollte das niemand haben. Das lag wohl an der Länge (Ein A4-PDF mit 25 Seiten) und der miesen optischen Aufbereitung auf meinem Blog. Deshalb bin ich heute mit meinen Kunden so streng, wenn sie Totschläger Lead-Magneten erstellen oder zu geizig für einen Designer sind. Ich hab’s durchgemacht und rate dir: Investiere die paar Euro und spar dir diesen Umweg.

Nach einem Jahr kamen 60% meiner Aufträge über meinen Blog

Das war kein schlechtes Ergebnis, aber noch zu wenig. Ich musste also weiter freelancen, um mich über Wasser zu halten. Das hat zwar Geld gebracht, aber mir die Zeit geraubt, mein Business voranzubringen. Außerdem hatte ich wieder das Gefühl, angestellt zu sein. Genau das wollte ich doch nicht mehr.

Es wurde Zeit, nein zu sagen

Meine Beratung bot ich damals in Paketen an, was gut lief. Jedoch ließ ich mich immer wieder zu Einzelstunden-Beratungen breitschlagen. Ergebnis: Der Aufwand stand in keinem Verhältnis zu den Einnahmen und kein Kunde erzielt nach nur einer Stunde Facebook-Beratung tolle Ergebnisse. Es hat noch eine ganze Weile gedauert, bis ich den Mut hatte, dazu konsequent nein zu sagen.

Probieren geht über studieren

Glücklicherweise hatte ich gleich zu Beginn meiner Social-Media-Karriere ein regelmäßiges Einkommen. Ich ließ all meine Kontakten wissen, dass ich ab sofort in Social Media Marketing mache. Siehe da, 2 Unternehmen – ein Online-Reiseportal und ein Taschenhersteller – haben mir sämtliche Social Media Aktivitäten anvertraut.

Nicht nur das regelmäßige Geld war toll.

Ich konnte enorm viel darüber lernen, welche Blog-Themen, Facebook-Posts und Newsletter gut ankommen bei verschiedenen Zielgruppen. Das war Gold wert und hat mir die Erfahrung gebracht, von der ich heute noch profitiere.

Heute sehe ich viele „Online-Marketing-Profis“ die sich zwar erfolgreich vermarkten können, aber überhaupt keine Erfahrung mit anderen Themen und Nischen haben als ihrer eigenen.

Ich muss die Dinge immer ganz genau wissen und deshalb war es mir wichtig, meinen Horizont zu erweitern und Social Media Marketing in verschiedenen Branchen zu meistern.

Von 2011 bis 2013 habe ich meinen Umsatz jährlich um 50% gesteigert.

Mir war der Aufbau meines Unternehmens so ernst, dass ich jetzt Anfragen von Agenturen abgelehnt habe und gezwungen war, mein Einkommen mit Social Media Beratungen und Online-Verkäufen zu generieren. Nein zu Geld zu sagen, hat mir ein flaues Bauchgefühl beschert, also wusste ich, dass ich auf dem richtigen Weg war.

Lies hier in Teil 2, wie ich es endlich schaffte, mein Wissen über Twitter in meinen ersten Online-Kurs zu stecken (der komplett floppte) und wie es sonst weiterging, bis ich im Dezember 2015 mit über 30.000 EUR meinen monatlichen Umsatzrekord feierte …

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About Sandra Holze

Sandra Holze ist Social Media Marketing Expertin und Inhaberin von Likes Media. In ihren Online-Kursen lernen Unternehmer und Selbstständige, wie sie mit Facebook, Blog und Email-Marketing neue Kunden gewinnen.

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Kommentare

  1. Toll, dass du deine Geschichte so offen teilst! Vieles kommt mir bekannt vor… Ich bin gespannt auf Teil 2. vor allem weil ich selbst vor der Schwelle stehe meinen Marketing Blog zu einem Business auszubauen. Dein Timing hätte nicht besser sein können! 😉
    Lass uns die Welt verändern!
    Matthias

  2. Ja das Ziel ist es Experte zu sein und sich seine Nische aufzubauen. Ich bin oft noch zwischen reinem Onlinegeschäft und freiberuflicher Tätigkeit hin und hergerissen, da das freiberufliche nicht so skaliert, aber gutes Geld bringen kann. Aber erwarte den 2. Teil des Artikels 😉

    • Sandra Holze sagt:

      Hi Philipp, ein 2. Einkommen kann gut sein, um die Miete zu zahlen. Mich hat das jedoch zu sehr vom eigentlichen Business abgehalten. Ich seh das bei einigen Leuten: Die verdienen zu gut mit dem Zweitjob und bekommen ihr eigentliches Business nicht auf die Beine. Deshalb bin ich lieber ganz oder gar nicht unterwegs 😉

      Viel Erfolg dir!

  3. Wulf Plaha sagt:

    Glückwunsch Frau Holze!

    Sie schreiben von 6 stelligen Umsätzen. Wäre es für die Leser nicht spannender gewesen, Sie hätten drei Kunden genannt die mit Ihrer Hilfe
    6-stellige Umsätze erreicht haben?

    Schöne Grüße, Wulf

    • Sandra Holze sagt:

      Hallo Wulf,

      dahin zu kommen, dauert seine Zeit. Einige meiner Überflieger-Kunden sind auf dem besten Wege und werden hier vorgestellt, so bald es soweit ist.

      Gruß
      Sandra

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